Archiv für das Tag 'deutsche bank'

oliristau

Der Anti-Kunde

Man wird ja mit den Jahren ein wenig sentimental.  Und deshalb fiel es mir sehr schwer, mein erstes Girokonto zu kündigen, worauf die erste Kohle eingezahlt wurde, die ich mit 16 im Lager beim Deutschen Supermarkt verdient hatte, um mir eine E-Gitarre zu kaufen. Es war von der Postbank. Damals holte man sein Geld noch beim Postschalter ab – und zwar zu normalen Geschäftszeiten. EC-Karten gab es noch nicht. Deshalb war die Postbank besser als alle anderen Geldinstitute, die ja nur bis 4 geöffnet hatten. In all den Jahren hing ich an meiner Kontonummer wie an der ersten Liebe, doch so wie jene wurde auch diese nicht wirklich erwidert. In all den 25 Jahren erhielt ich nie einen Anruf, einen Brief oder sonst etwas, was irgendeine Art von Wertschätzung für mich als Kunden ausgedrückt hätte. Das einzige Mal, das jemand von der Postbank anrief, war als man festgestellt hatte, das meine Honorare auf mein privates Girokonto eingezahlt wurden. Das ginge nicht, hieß es. Ich bräuchte ein Geschäftskonto. Doch das war es schon mit der Herzenswärme.
Und jetzt als ich gekündigt hatte, haben sie das Konto einfach aufgelöst – kein Brief, keine Frage nach dem Warum. Die PIN fürs Onlienbanking funktionierte einfach nicht mehr.
Es ist ja nicht so, dass man von Banken philosophisches Nachdenken über den Sinn des Lebens erwartet. Aber Kunden sind ja eigentlich auch für die Kreditbranche irgendwo notwendig. Oder geht es vielleicht doch auch ohne diese Querulanten, die ständig Rabatte und Freundlichkeit erwarten?
 Aber insofern passt die Postbank nun ganz ideal zur Deutschen Bank. Da haben sich zwei Institute gefunden, die die Anti-Kundenpflege meisterlich in allen Facetten beherrschen.
Alles Gute in der kundenfreien Welt wünscht
Doc Herzler

 

Ich sitze mit vernünftigen Menschen zusammen, Unternehmern, Journalisten, Freaks – und alle schütteln den Kopf. Bad Banks muss man doch gar nicht erst gründen, vom Sinn her sind sie es ja schon. Aber als schlecht empfanden es die Banker ja nie, wie Ackermann 25 % Rendite im Bankgeschäft zu erwirtschaften, das kann ja nur mit schlechten Dingen zu gehen: wie Hypothekenkredite von McDonalds-Angestellten oder Zeitungsverkäufern zu handeln, die ihr Haus nie abbezahlen können. Sind denn Schulden wirklich wie Schweinehälften oder Öl? Ja und, antwortet der Banker der Deutschen Bank gelangweilt, in deren Bilanz noch mehr Müll lagert als in allen Halden der Welt.  Wie bei Kettenbriefen und Schneeballsystemen müssen sich nur genug Dumme finden, die am Ende zahlen. Dieser Dumme hat diesen Text geschrieben oder liest ihn gerade, denn wir alle werden dafür bluten müssen, wenn es in einigen Jahren gar kein Geld mehr für Bildung, Straßen, Kinderbetreuung oder sonst eine für Bad Banks überflüssige Sozialromantik gibt, denn der Staat wird alles für seine Garantien bezahlen müssen, die er den Schmutzbanken für ihren verbrecherischen Mist gibt. Jedem Vertreter, der einem solch einen Dreck andrehen will, würden wir die Tür vor der Nase zuknallen. Aber den Bad Bankern muss ja geholfen werden, den armen, armen Finanzjoungleuren, die es ja alleine nicht schaffen, wie die FDP mitfühlend bemerkt.

Diese Wettstuben müssen verstaatlicht werden. Schließlich hat der Staat auf Glücksspiele ein Monopol.