02.12.2009
Ist das peinlich. Alles wegen IKEA
Als Journalist spricht man mit vielen Menschen und macht sich auch nicht nur Freunde. Das ist klar. Doch selten habe ich mich so blöd behandelt gefühlt wie vom Bezirksamt Altona. Und zwar alles wegen Ikea. Muss das sein?
Die Geschichte: ich wollte zu einigen Themen, die in Altona gerade aktuell sind, mit dem Bezirksamtsleiter (der ist so etwas wie der Bürgermeister Altonas) sprechen. Dabei sollte es unter anderem um den umstrittenen Neubau eines Ikea-Hauses in der Innenstadt gehen. Die Vermittlung des Gesprächs übernahm der Pressesprecher des Amtes. Zwei Wochen später publizierte ich einen Bericht in einer überregionalen Frankfurter Zeitung, in dem ich die Kritik an dem Ikea-Projekt darstellte. Zu Wort kamen neben den Gegnern Ikea selbst, der Bezirksamtsleiter als Befürworter sowie der Einzelhandelsverband, die Gesellschaft für Konsumforschung sowie eine Soziologieprofessorin. Wenig später erreichte ein erboster Leserbrief die Redaktion, in der auf die Unausgewogenheit des Berichtes geschimpft und der Zeitung empfohlen wurde, sich doch besser um Frankfurt zu kümmern.
Solche Briefe sind nicht ungewöhnlich, doch peinlich war, dass es sich beim Absender um den Pressesprecher des Bezirksamtes handelte, der sich als Privatmann äußerte und deshalb wohl glaubte, umso unqualifizierter die Meinung des Bezirksamtes wiedergeben zu können. So etwas, lieber Herr D., gehört sich nicht. Das wissen Sie hoffentlich selbst.
Aber in der Beeinflussung der Medien ist manchem wohl nichts heilig, das gilt auch für unbedeutende Provinzler. Altona ist eigentlich ein schönes Pflaster. Aber wenn das Geld zu kommen droht, scheint mancher richtig durchzudrehen.