oliristau

Who`s dead?

Ein Blog ist ja dazu da sich zu äußern, und das gilt natürlich auch für den Tod von Michael Jackson. Ich fand ihn ja früher als er ein Top-Star der 80er war unerträglich mit seinem Griff an den Sack und ähnlich peinlichen Attitüden. Dennoch hat mich sein Tod wie Millionen andere geschockt, weil er ein Teil der Welt ist, in der ich groß geworden bin, und wenn keiner zugesehen hat, habe ich ja auch dazu getanzt.

Festgemeißelte Vorurteile kann wohl nur der Tod erweichen. Ich nahm eine MJ-CD (History) aus unserem Ständer – ich hatte sie in den letzten zehn Jahren bis zu jenem Freitag vielleicht zweimal aufgelegt – ließ sie laufen und jetzt gefiel mir die Musik. Als ich das Büchlein zur CD durchblätterte, fiel mir eine kleine Selbstzeichnung von MJ ins Auge, auf der er als Kind in einer Ecke saß mit einem Mikro unter einem Bein hervorlukend und den Betrachter traurig und schutzsuchend ansah. In Handschrift stand dort sinngemäß: “Verurteile mich nicht, streng dich an mich zu lieben, ich bin ein Kind ohne Kindheit.”

Und ich dachte: Mann, genau das hast du getan, ihn verurteilt, so wie Millionen andere auch, und so wie täglich überall auf der Welt Millionen weitere für ihr Tun, Dasein, ihre Meinungen verurteilt werden. Wie wenig entspricht das der Wahrheit. Möge uns MJs Tod lehren, zukünftig vorsichtiger mit unseren Urteilen über andere zu sein. Sorry Man, aber Danke für den Blick auf diese Wertberichtigung.

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